Otto Rehhagel kehrt auf die Bühne der deutschen Bundesliga zurück. Der 73-Jährige übernimmt den Trainerposten beim krisengeschüttelten Hauptstadtklub Hertha BSC. Am frühen Sonntagnachmittag wurde Rehhagel auf einer eigenes angesetzten Pressekonferenz offiziell als neuer Hertha-Coach vorgestellt.
Vor fast einem halben Jahrhundert hat Otto Rehhagel bei Hertha BSC als Spieler seine Bundesliga-Karriere begonnen. Nun kehrt er zu den Berlinern zurück und soll den Verein vor dem Abstieg bewahren. Hertha BSC ist in der Bundesligatabelle auf den 15. Platz zurückgefallen und liegt nur noch zwei Punkte vor dem Trio Kaiserslautern (16.), Augsburg (17.) und Freiburg (18.). Hertha hat alle fünf Spiele der Rückrunde verloren und ist zudem auch im DFB-Pokal gescheitert.
Rehhagel ist in dieser Saison bereits der 3. Trainer bei Hertha BSC. In der Hinrunde war Markus Babbel noch relativ erfolgreich als Hertha-Trainer am Werk, doch nach Unstimmigkeiten mit Manager Michael Preetz musste Babbel seinen Stuhl räumen. Sein Nachfolger Michael Skibbe blieb nur für 51 Tage im Amt. Nach fünf Niederlagen in fünf Spielen (4x Bundesliga, 1x DFB-Pokal) war Skibbes Zeit bei Hertha BSC abgelaufen, nun soll "König Otto" den Hauptstadtklub wieder auf Kurs bringen.
Otto Rehhagel ist mit 820 Spielen der Bundesliga-Rekordtrainer. Mit Werder Bremen wurde der 73-Jährige 2x Meister und 2x Cupsieger, mit Kaiserslautern holte er als Aufsteiger seinen dritten Meistertitel in der Bundesliga. 2004 wurde Rehhagel mit Griechenland völlig überraschend Europameister, seitdem wird er auch "Rehakles" genannt. Bei Hertha BSC kennt der Trainerroutinier nur ein Ziel und das ist der Klassenerhalt. "Wichtig ist jetzt nur das Kollektiv. Der Einzelne zählt jetzt nicht. Es zählt nur das Ziel Klassenerhalt. Dem hat sich jeder und alles unterzuordnen. Jeder ist in der Pflicht und muss über sich hinauswachsen. Wer da nicht mitzieht, soll es gleich sagen", so Rehhagel auf der Vereinshomepage.
Sein Debüt als Hertha-Coach gibt Otto Rehhagel am kommenden Samstag beim Auswärtsspiel gegen FC Augsburg, einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf.