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UEFA Europa League: Celtic gegen Rapid, 25 Jahre nach dem Skandalspiel von Glasgow

2009-09-26
Am kommenden Donnerstag wird die Gruppenphase der UEFA Europa League mit dem 2. Spieltag fortgesetzt. Besondere Brisanz hat dabei das Spiel des Österreichischen Rekordmeisters Rapid Wien in Glasgow gegen Celtic. Die beiden Traditionsclubs trafen schon einmal in der Europacupsaison 1984/85 aufeinander, wobei es im Rückspiel in Glasgow zu einem Skandal kam. Nach einem angeblichen Flaschenwurf auf Rapid-Spieler Rudi Weinhofer wurde das Spiel, welches Celtic 3:0 gewonnen hatte, auf neutralem Boden neu ausgetragen. Rapid gewann das Wiederholungsspiel durch ein Tor des aktuellen Rapid-Trainer Peter Pacult mit 1:0. 25 Jahre später kommt es zu einer Neuauflage der beiden Teams in Grün-Weiß. Gibt's am Donnerstag im Celtic Park erneut ein Skandalspiel?

Zur Vorgeschichte: Es war in der Europacupsaison 1984/85 im Achtelfinale des Cupsieger-Bewerbes. SK Rapid Wien hatte das Hinspiel in Wien nach Toren von Peter Pacult, Leo Lainer und Hans Krankl mit 3:1 gewonnen, beim Rückspiel am 7. November 1984 in Glasgow überschlugen sich dann die Ereignisse. Celtic führte bereits mit 3:0 und wäre damit in das Viertelfinale eingezogen, wobei dem 3:0 von Burns ein klares Foul an Rapid-Tormann Ehn vorausgegangen war. Überhaupt war das schwedische Schiedsrichtergespann an diesem Abend in Glasgow überfordert. So sah Rapid-Spieler Reinhard Kienast nach Intervention des Linienrichters eine schwer nachvollziehbare rote Karte. Nach einem Revanchefoul von Ehn an Burns gab es, nach einer Spielunterbrechung und ebenfalls auf Intervention des gleichen Linienrichters, einen berechtigten Elfmeter, den aber Grant vergab. Der Höhepunkt aus negativer Sicht war der Flaschenwurf von einem Celtic-Fan, bei dem Rapid-Spieler Rudi Weinhofer angeblich am Kopf getroffen wurde und eine Platzwunde erlitt, was schlussendlich eine Neuaustragung auf neutralem Boden zur Folge hatte. Nach der Meinung vieler Celtic-Anhänger sei dieser Vorfall aber von Rapid inszeniert worden. Fakt ist jedenfalls, dass 2 Flaschen auf das Spielfeld flogen, ebenso wie Feuerzeuge und Münzen. Anhand des folgenden Links über das Skandalspiel von Glasgow könnt ihr euch selbst ein Bild über die Vorfälle vom 7. November 1984 machen.

Das Skandalspiel von Glasgow - Externer Link zu STV

Das Wiederholungsspiel fand dann in Manchester statt und sah am Ende die Grün-Weißen aus Wien als Sieger. Der nunmehrige Rapid-Coach Peter Pacult erzielte am 12. Dezember 1984 das einzige Tor an diesem Abend und legte damit den Grundstein für den Einzug der Rapidler ins Europacupfinale. Auch diese Begegnung ging nicht ohne Probleme über die Bühne. Während des Spiels wurde Goalie Herbert Feurer, der diesmal wieder im Tor der Hütteldorfer stand, von einem Celtic-Fan attackiert. Gleiches widerfuhr Peter Pacult nach dem Schlusspfiff auf dem Weg in den Kabinengang.

25 Jahre später treffen die beiden Clubs nun in der Gruppenphase der UEFA Europa League erneut aufeinander und die Erinnerungen an das „Hass-Duell" leben neu auf. Der ehemalige Celtic-Spieler Frank McGarvey, der 1984 in allen 3 Partien zum Einsatz kam, sorgte im Vorfeld für zusätzlichen Zündstoff und heizte die Stimmung unnötig an. In seiner Kolumne in der Boulevard-Zeitung Daily Record meinte er schon nach der Auslosung der Gruppenphase, er hasse Rapid Wien mehr als jede andere Mannschaft auf der Welt. "I hate Rapid Vienna more than any other team in the world", so titelte McGarvey in seiner Kolumne. Nachdem Rapid kommenden Donnerstag zunächst in Glasgow in roten Dressen antreten wollte - so wie 1984 beim Wiederholungsspiel in Manchester - legte er nach und sprach von einem "Hornissennest", in das die Wiener gestochen hätten, sowie von einem "Sicherheitsproblem" für Mannschaft und Fans von Rapid. Weiters wurde Rudi Weinhofer nach Ansicht von McGarvey nicht von einer Flasche getroffen, sondern die Platzwunde samt Turban wurde von Rapid erst nach dem Spiel inszeniert. Auch auf Rapid-Trainer Pacult hat sich der ehemalige Celtic-Stürmer eingeschossen. "Ich würde Trainer Peter Pacult gern bei seiner Ankunft in Glasgow in die Augen blicken und ihn auffordern, die Wahrheit über diese Nacht zu sagen. Aber ich weiß, dass er es nicht machen wird, denn das wäre ein Schuldeingeständnis, und dafür sind die Österreicher zu arrogant."

Beide Clubs sind nun um Deeskalation bemüht

Rapid Wien hat auf die Unmutsäußerungen reagiert und wird nun am Donnerstag in Rot-Blauen Dressen einlaufen. Auf der Rapidhomepage spricht Klubserviceleiter Andy Marek davon, dass man mit solch einer Reaktion nicht gerechnet hatte. „Dass dieser für unsere Spieler gedachte Motivationsschub so polarisieren würde, haben wir sicher etwas unterschätzt", so Andy Marek: „Deshalb wird Rapid wie schon vor Monaten der UEFA bekannt gegeben, in unseren Gründungsfarben in Blau-Rot auf den Platz gehen." Dieser Umstand wurde von Seiten Celtics sehr begrüßt. Zudem haben sich die Celtic-Verantwortlichen von den Medienberichten des Ex-Spielers McGarvey distanziert. „Von uns denkt keiner daran, was vor 25 Jahren war. Das jetzige Spiel ist um ein Vielfaches wichtiger und darauf konzentrieren wir uns", wird ein Vereinsoffizieller von Celtic Glasgow auf www.skrapid.at zitiert.

Die beiden Clubs fanden also bei einer ersten Visite von Rapid-Klubserviceleiter Andy Marek in Glasgow zu einem gemeinsamen Nenner mit der Zielsetzung eines schönen und spannenden Spiels. Bleibt nur noch zu hoffen, dass sich Fans, Spieler und Funktionäre beider Teams daran halten, dann steht einem spannenden Fußballabend nichts im Weg.



Autor: Hessi

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