Mit den Spielen der 17. Runde ging am vergangenen Wochenende die Hinrunde in der deutschen Bundesliga zu Ende.
Bayer 04 Leverkusen kürte sich mit einem 3:2 über Mönchengladbach zum Herbstmeister und geht als Spitzenreiter in die Winterpause. Diese fällt aufgrund der FIFA WM 2010 in Südafrika relativ kurz aus.
Bereits am 15. Jänner startet die Bundesliga mit der Partie des FC Bayern München gegen 1899 Hoffenheim in die Rückrunde.
Die Bundesliga 2009/10 verspricht ähnlich brisant und spannend wie die abgelaufene Saison zu werden, wo bis zum Schluss Wolfsburg, Bayern und Stuttgart um die Meisterschaft kämpften. Nach 17 Spieltagen sind die ersten drei Teams - Bayer Leverkusen, Schalke 04 und Bayern München - nur durch zwei Punkte getrennt, auch der Hamburger SV, Borussia Dortmund und Werder Bremen sind noch nicht abzuschreiben. Unter diesen 6 Klubs ist wohl der Nachfolger von VfL Wolfsburg zu finden.
Eine sensationelle Hinrunde spielte Herbstmeister Bayer 04 Leverkusen. Die Heynckes-Truppe blieb als einzige Bundesligamannschaft in der Hinrunde ohne Niederlage und sicherte sich verdienterweise die Winterkrone. Die Werkself ging 9-mal als Sieger vom Platz und spielte 8-mal unentschieden. Leverkusen stellte die beste Offensive (35 Tore) und zugleich auch die beste Defensive (13 Gegentore) aller Bundesligaklubs. Stefan Kießling führt die Schützenliste mit 12 Saisontoren an. Trotz dieser imposanten Bilanz hat Bayer Leverkusen nur knapp die Nase vorn, denn FC Schalke 04 und Bayern München stehen mit einem bzw. zwei Punkten Rückstand in Lauerstellung.
FC Schalke 04 ist unter der Regie von Felix Magath zu einem echten Titelaspiranten herangewachsen. Die Königsblauen überwintern nur einen Punkt hinter Leverkusen auf Platz 2 und könnten den ersten Meistertitel seit über 50 Jahren holen. Einen weiteren Zähler dahinter lauert der große Titelfavorit FC Bayern München. Die Bayern erlebten unter dem neuen Trainer Louis van Gaal einige Höhen und Tiefen, dank eines starken Finishs überwintert der FC Hollywood nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter Leverkusen.
Neben dem Trio Leverkusen, Schalke und Bayern darf man auch den HSV, Dortmund und Werder noch nicht abschreiben. Die Hamburger lieferten sich mit Leverkusen lange Zeit ein Kopf an Kopf Rennen, ehe man einen kurzen Einbruch erlitt und so mit vier Punkten Rückstand in die Winterpause geht. Die auf Rang 5 liegenden Borussen vergaben eine bessere Platzierung in den ersten Runden. Nach dem 7. Spieltag stand der BVB nur auf Rang 15, der Rückstand auf den damaligen Leader HSV betrug bereits 11 Punkte. Doch dann startete die Klopp-Elf eine Serie und verlor kein Spiel mehr (7 Siege, 3 Remis). Eine ähnliche Serie hat auch Werder Bremen vorzuweisen. Die Hanseaten blieben 14 Bundesligaspiele (je 7 Siege und Remis) ungeschlagen. Im Finish musste der SVW aber zwei Niederlagen in Folge hinnehmen, womit man mit 7 Punkten Rückstand auf Leverkusen überwintert.
Der Rest der Liga hat voraussichtlich keine Chance mehr auf den Titel, sofern nicht irgendeiner Mannschaft ein außergewöhnlicher Siegeszug, so wie letztes Jahr dem VfL Wolfsburg, gelingt. Die Wölfe stehen aktuell auf Platz 8 und sind 11 Punkte hinter Leverkusen. Im Meisterjahr ging Wolfsburg als Neunter in die Winterpause, damals hatte man allerdings „nur" 9 Zähler Rückstand. Eine ansprechende Hinrunde boten 1899 Hoffenheim (7.), 1. FSV Mainz 05 (9.), Eintracht Frankfurt (10.) und Borussia Mönchengladbach (11.). Diese vier Teams haben sich im gesicherten Mittelfeld etabliert, vor allem Hoffenheim ist noch eine Rangverbesserung zuzutrauen. Positiv überrascht hat Aufsteiger Mainz, im Finish ist ihnen aber etwas die Luft ausgegangen (kein Sieg in den letzten 5 Spielen).
Ab Platz 12 beginnt dann der Abstiegskampf bzw. der Kampf um den Relegationsplatz. Den 1. FC Köln auf Platz 12 trennen lediglich 2 Punkte vom Sechzehnten VfL Bochum. Dazwischen liegen SC Freiburg, Hannover 96 und VfB Stuttgart. Die schwache Hinrunde des VfB kostete Markus Babbel, der mit Platz 3 in der letzten Saison die Qualifikation für die Champions League schaffte, seinen Job. Seinem Nachfolger Christian Gross gelang ein Einstand nach Maß. In der CL gelang mit einem 3:1 über Unirea Urziceni der Einzug ins Achtelfinale, in der Bundesliga gab es ein 1:1 in Mainz und einen 3:1-Heimsieg über Hoffenheim.
Wenig erfreulich verlief die Hinrunde für den 1. FC Nürnberg und Hertha BSC. Aufsteiger Nürnberg verlor die letzten 4 Bundesligaspiele (0:12 Tordifferenz) und verabschiedete sich als Vorletzter in die Winterpause. Momentan fehlen dem Club vier Punkte auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Wesentlich schlimmer erwischte es Hertha BSC. Letzte Saison spielten die Berliner lange Zeit um die Meisterschaft mit, heuer droht der Abstieg in die Zweitklassigkeit. Nach 17 Runden hat man lediglich 6 Punkte auf dem Konto. Der einzige Sieg gelang gleich zum Auftakt gegen Hannover, dann folgten 3 Remis und 13 Niederlagen. Der Klassenerhalt ist damit bereits in weite Ferne gerückt.
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